Gesundheit aktuell

Hier unser Ratgeber des Monats

Warum wir im Urlaub krank werden

Andrea Homann PTA, FachPTA für Ernährungsberatung
Andrea Homann
FachPTA für Ernährungs­beratung

Ihr Apothekentipp für August von Andrea Homann

Barbara Zoller, Apothekerin
Barbara Zoller
Apothekerin

Ihr Apothekentipp für August von Barbara Zoller

Sie freuen sich auf den Ur­laub und kurz nach dem Ein­che­cken kratzt der Hals? Wel­che Rol­le Stress da­bei spielt und wie Sie vor­beu­gen kön­nen, sa­gen wir Ih­nen heute.

Laut ei­ner Stu­die der Uni­ver­si­tät Trier liegt das Ri­si­ko bei be­son­ders ge­stress­ten Men­schen vier­mal hö­her als bei nicht ge­stress­ten im Ur­laub krank zu wer­den. Wa­rum die Ab­wehr in Ent­span­nungs­pha­sen im­mer wie­der in Schief­la­ge ge­rät, hat fol­gen­den Grund: Ner­ven- und Im­mun­sys­tem sind eng mit­ein­an­der ver­bun­den, heißt, je­de Stress­re­ak­ti­on be­ein­flusst auch das Im­mun­sys­tem.

Wie entsteht die Frei­zeit­krank­heit?

Be­son­ders schwer trifft es meis­tens Men­schen mit Dauer­stress bei der Ar­beit, gro­ßem Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein und ho­hen An­sprü­chen an sich selbst. Denn, wenn sich der Stress­pe­gel ver­än­dert, ver­än­dert sich auch der Hor­mon­haus­halt. Ein Hor­mon­cock­tail aus ver­schie­de­nen Stress­hor­mo­nen ver­setzt den dauer­be­las­te­ten Men­schen in die Lage, ein Maxi­mum an Kraft, Ener­gie und Kon­zen­tra­ti­on aus sich he­raus­zu­ho­len. Die­se Hor­mone schüt­zen vor Krank­hei­ten, das Immun­sys­tem läuft auf Hoch­tou­ren, der Kör­per zehrt an al­len Kraft­re­ser­ven, um Bak­te­ri­en und Vi­ren ab­zu­weh­ren und ar­beits­­hig zu blei­ben. Prak­tisch – auf den ers­ten Blick. Aber: Las­sen Stress und An­span­nung am Wo­chen­en­de oder Ur­laub nach, sinkt die Pro­duk­ti­on der Stress­hor­mo­ne im Kör­per. Mit der Ent­span­nung fährt auch das Immun­sys­tem he­run­ter und da­bei wird nun der Kör­per an­fäl­li­ger für Krank­heits­er­re­ger und an­de­re Be­schwer­den wie Kopf- und Rücken­schmer­zen, Mü­dig­keit oder De­pres­si­o­nen.

Wie kann man vorbeugen?

Ge­hen Sie es lang­sam an, am bes­ten ver­brin­gen Sie die ers­ten bei­den Ur­laubs­ta­ge noch zu Hau­se. Im Ur­laub selbst: Handy, Lap­top & Co. aus­schal­ten, Be­we­gung ein­bau­en, aber, nicht je­den Tag mit Ak­ti­vi­­ten voll­packen. Nach dem Ur­laub nicht di­rekt wie­der in die Ar­beit stür­zen. Erst noch zwei Ta­ge zu Hau­se ver­brin­gen. Un­ab­hän­gig vom Ur­laub: Sie soll­ten Ihre Be­las­tungs­gren­zen er­ken­nen und recht­zei­tig die Not­brem­se zie­hen. Und: Schla­fen Sie aus­rei­chend, neh­men Sie sich Zeit für Fa­mi­lie, Freun­de und Hobbies. Bau­en Sie klei­ne Aus­zei­ten in den All­tag ein, die Ih­nen Spaß machen. Ge­hen Sie spa­zie­ren und ver­su­chen Sie es mit auto­ge­nem Training, Me­di­ta­tion oder Yoga. Egal, für was Sie sich ent­schei­den: drei­mal wö­chent­lich soll­ten die Aus­zei­ten zur Rou­ti­ne wer­den. Denn, es ist nicht die Ar­beit die krank macht, son­dern eine Ar­beit ohne be­wusste Pausen.